ADRENALINKICK CENOTEN-TAUCHEN

Die Yucatán-Halbinsel ist durchsetzt mit Cenoten, unterirdisch gefluteten Höhlen. Circa 6000 dieser Süßwasser-Sinkholes sollen es sein, viele davon noch unerforscht.

Nirgendwo gibt es ein längeres Unterwasser-Flusssystem. Der perfekte Ort also, um Höhlentauchen auszuprobieren.

Beachten solltest du den Unterschied zwischen „Cavern“ und „Cave“. Beim Cavern Diving folgst du immer einer mit einem Seil abgesteckten Route und in viele Passagen dringt Tageslicht durch. Cenoten-Tauchen kannst du also schon mit dem Open Water, allerdings solltest du eine sichere Tarierung haben, denn häufig wird es recht eng. Für das reine Höhlentauchen brauchst du eine Spezialausbildung.

Cenote, Car Wash, Mexico, Tulum, Diving

Seitdem ich 2013 meinen ersten Cenoten-Tauchgang in Dos Ojos absolviert habe, lässt mich diese Art des Tauchens nicht mehr los. Es folgten mehr als 40 weitere Tauchgänge in Tulums Cenoten.

Cenote Calavera, Tulum, Mexico

Diving, Cenote, Dos Ojos, Tulum

Diving, Car Wash, Cenote

Cenote Dos Ojos, Tulum

Purer Adrenalinkick

Faszinierend ist bereits die Anfahrt: Mit dem Pick-Up geht es auf recht schmalen Pfaden durch das Dickicht des Dschungels, oft über ein halbe Stunde, da einige Cenoten wirklich absolut fernab jeglicher Zivilisation liegen. Was das Auge dann erblickt, ist meist erst einmal unspektakulär. Von oben sehen die Cenoten wie kleine Tümpel aus und lassen nicht erahnen, welche Welt sich nach dem Abtauchen erschließt. Faszinierende Lichtspiele, wunderschöne Astformationen, atemberaubend schöne Stalaktiten und Airdomes (Luftkuppeln), in denen man Fledermäuse beobachten kann. Für leichten Nervenkitzel sorgen die „Haloclines“. Diese treten in vielen Cenoten auf, in denen sich Salz- und Süßwasser vermischen. Das muss man sich wie eine schlierige Schicht vorstellen, die sich wie Öl über die Maske zieht. In eh schon tiefdunklen Stellen, sieht man dann für einen langen Moment alles verschwommen und muss aufpassen, nicht gegen die Felsformationen zu stoßen.

Die richtige Cenote finden

1. Casa Cenote:
für Anfänger (Discover Scuba Diving) und Prüfungsort für den Open Water Schein
2. Dos Ojos:
der Klassiker in der Region, mittelschwer, traumhafte Formationen und Lichtspiele
3. Gran Cenote:
mittelschwer, wunderschöne Lichtkontraste
4. Car Wash:
ein unbeschreibliches grün-gelbes Lichtspiel in der „garden area“, eher einfach (einzige Cenote, in der die Route erst vom Guide mit einem Seil abgesteckt werden muss)


5. Dreamgate:
absolut abgelegen, recht flach mit 6m, mittelschwer da sehr eng (gute Tarierung erforderlich)
6. Calavera:
für Mutige (aus 3m Höhe musst du in diese Cenote springen), eher schwierig, starke Halocline aber faszinierende Stalaktiten, mystische Atmosphäre
7. The Pit:
tiefste Cenote auf der Halbinsel, getaucht wird bis zu 40m, ab 25m wird die Schwefelschicht durchbrochen, wunderschöner Stalaktitenbereich, schwer (deep dive – Advanced Open Water)
8. Angelita:
trägt den Titel einer der 35 spektakulärsten Orte auf dieser Welt zu sein, starke Schwefelschicht um die 30m – atemberaubend aufregend und unvergesslich durch diese Wolke hindurch in die absolute Dunkelheit zu tauchen, schwer (deep dive – Advanced Open Water)

Fazit

So ein Cenoten-Tauchgang ist etwas ganz Besonderes. Ich kann nur empfehlen, diese andere Art des Tauchens einmal auszuprobieren und Ängste zu überwinden. Sich in eine solch neue Welt vorzuwagen, ist eine unvergessliches Erlebnis und jede einzelne Cenote ist so anders, dass jeder Tauchgang außergewöhnlich ist.