GUATEMALA – MEHR VIELFALT GEHT NICHT

guatemalacover

Guatemala – Land des ewigen Frühlings, der bunten Märkte, Maya-Ruinen, afro-karibischer Kultur, Chicken-Busse und malerischer Seen. Wo bitte geht mehr auf so kleiner Fläche? 

Guatemala…bevor ich 2009 eine Praktikumszusage für dieses kleine Land in Mittelamerika erhielt, wusste ich wenig über die Sicherheitslage. Das Reisen will auf jeden Fall gut geplant sein, denn Guatemala ist noch immer vom langen Bürgerkrieg gekennzeichnet und die Kriminalität ist leider sehr hoch.

Reiserouten-Planungen erfordern deshalb eine gewisse Vorsicht:

1. nicht planlos durchs Land reisen
2. nicht nachts reisen und ab Einbruch der Dunkelheit nur noch im Taxi fortbewegen
3. ATM-Besuche und Wertsachen so verborgen wie möglich halten

Guatemala-Stadt

Die Stadt wird von vielen aufgrund der hohen Gewaltrate gemieden. Eigentlich schade. Ein Land finde ich, versteht man immer besser, wenn man auch die Hauptstadt gesehen hat. Und von allen Hauptstädten, die ich auf meiner anschließenden Mittelamerika-Reise gesehen habe, ist Guatemala-Stadt auf alle Fälle die aufregendste, mit einem recht pulsierenden Nachtleben. Die Zona 10 ist ein Ausgehviertel mit vielen westlichen Restaurants, einer Menge Clubs und Bars. Etwas guatemaltekischer geht es dafür im Zentrum (Zona 1) in „Cien Puertas“ zu – das ist eine Aneinanderreihung vieler alternativer Bars mit Livemusik und Kulturprogramm.

Was ihr im Land gesehen haben solltet:

 

Semuc Champey

061

Die Anreise ist schon das eigentliche Abenteuer. Von Cobán aus geht es mit uralten Minivans (mit fünffach so vielen Passagieren wie eigentlich reinpassen) die serpentinenreiche Straße rauf und runter bis nach Lanquín. Ist das einmal geschafft, erwartet euch eine paradiesische Landschaft. Unbedingt im El Retiro Hostel absteigen. Das Hostel ist traumhaft am Ufer eines Flusses gelegen und von den Cabañas hat man einen wunderschönen Ausblick.

Highlight:

1. Höhlenschwimmen K´anb´a – spektakuläre Tour bei der man in Flipflops Felswände hochklettert, durch tiefes Wasser schwimmt und das alles mit der kleinen Herausforderung einer brennenden Kerze in der Hand.
2. In den Wasserbecken von Semuc Champey sonnen und schwimmen.

Rio Dulce and Livingston
DSC06051

Tropisches Flair und eine wunderschöne Flora und Fauna bietet die Karibikküste Guatemalas, wenn auch keine türkisfarbenen Strände. Aber ein Stop lohnt sich, gerade auch aufgrund der afrikanischen Einflüsse durch die dort lebenden Garifunas.

Von Guatemala-Stadt gibt es zahlreiche Busverbindungen nach Rio Dulce, wo sich das karibische Meer mit dem Izabal-See verbindet. Dort könnt ihr in eines der Boote springen und euch zur Finca Tatin bringen lassen. Das Hotel ist wirklich eine wahre Dschungel-Unterkunft! Man kann nur mit dem Boot an- und wieder ablegen. Um die Anlage herum gibt es wirklich nichts anderes als Wasser, Urwald und viele kleinere und größere Tiere. Eine Begegnung mit Skorpionen und Spinnen kann nachts nicht ausgeschlossen werden – Dschungelcamp-Feeling pur, ohne das ihr rausfliegt! Vom Hotel ist man in weniger als einer halben Stunde mit dem Boot in Livingston. In der kleinen Stadt gibt es nicht viel mehr zu tun als das afro-karibische Ambiente bei Reggae und frischem Fisch zu genießen.

Ausflugstipp: Tour mit dem Boot zum Playa Quehueche und anschließender kleiner Wanderung zu den Wasserfällen „Siete Altares“.

Tikal

DSC06639

Nach Tikal gelangt man von Guatemala-Stadt aus am schnellsten und sichersten mit dem Flugzeug, die andere Variante ist ein Nachtbus. Der den Ruinen am nächsten gelegene Ort ist Flores, die Hauptstadt des Bundesstaates Petén. Flores ist ein bezauberndes kleines Städtchen, auf einer Insel am Lago Petén Itzá gelegen. Bleibt mehr Zeit als nur für Tikal, lohnt es sich per motorisiertem Holzboot den See entlang zu schippern und sich am Strand absetzen zu lassen.

Tikal ist eine der bedeutendsten Städte der klassischen Maya-Periode und ist eine der am besterforschten Maya-Stätten. Ihr solltet unbedingt früh morgens losgehen. Gar nicht mal wegen Touri-Massen, vielmehr weil es über den Mittag unangenehm schwül und heiß wird. Zwei der Hauptpyramiden können bestiegen werden – das ist bei allen Ruinen in Mexiko und Zentralamerika immer mein absolutes Highlight. Von oben hat man einen fantastischen Blick über den dichten grünen Dschungel und sieht die Pyramidenspitzen der umliegenden Mayaruinen rausragen.

Lago de Atitlan
DSC06436

Atemberaubend schönes Postkartenmotiv! Der Atitlan-See liegt gute 2 Stunden von Guatemala-Stadt entfernt. Es gibt mehrere kleine Dörfer um den See herum, das größte davon ist Panajachel. Einfache Zimmer, dafür aber einen traumhaften Ausblick auf See und Vulkane bietet das Hotel Jardínes del Lago. Der Garten ist riesig, es gibt Avocadobäume, Hängematten und Strandzugang. Die belebten Straßen des Ortes sind in wenigen Minuten zu erreichen. In Panajachel gibt es so ziemlich alles: Öko-Cafés, verbliebene Hippies, bunte Souvenirs, leckere einheimische Küche und viele Restaurants und Bars mit umwerfender Aussicht – unbedingt den Tag bei Sonnenuntergang mit einem kühlen Drink ausklingen lassen und den Blick auf See und Vulkane genießen!

Weitere Orte: San Marcos am nördlichen Ufer des See – das Aussteiger-Paradies mit einem breiten Angebot an Yoga, Meditation und weiteren spirituellen Kursen.

DSC06430
San Pedro de Laguna: Partyort mit vielen Restaurant und Cafés.

Antigua
090

Die Kolonialstadt Antigua liegt nur 45 Minuten von Guatemala-Stadt entfernt, und die Chicken-Busse (die alten amerikanischen Schulbusse) verkehren zwischen den beiden Städten alle paar Minuten. Antigua ist anders als die große Schwester von Guatemala-Stadt recht klein, sicher und beschaulich. Hier lässt es sich perfekt entspannen. Die Straßen sind alle mit Kopfsteinpflaster gesäumt, es gibt viele kleine Boutiquen, Cafés und Souvenirs-Läden. Zu Sonnenuntergang bietet das Café Sky einen Wahnsinns-Blick auf die Stadt und die umliegenden Vulkane.

Tipp: Ein absolutes Highlight ist der Besuch an den Osterfeiertagen, in der Semana Santa. Ich hatte das Glück an den Tagen noch ein allerletztes Hostelzimmer zu ergattern. Denn die Osterprozessionen sind berühmt und spektakulär und ziehen viele Besucher aus aller Welt an. Neben den Prozessionen selbst haben mich vor allem die „Alfombras“ (Teppiche), die aus Sägespänen und Sand hergestellt werden und mit Blumen, Obst und Gemüse verziert werden, unglaublich beeindruckt. All dieser Aufwand wird nur für einen Moment gemacht: Die Prozessierenden laufen darüber und das wars dann. Das in liebevoller, tagelanger Arbeit hergestellte Kunstwerk ist damit vernichtet.

Ostern in Guatemala war für mich ein absolut unvergessliches Erlebnis!

127