DREI TRAUMLÄNDER – BACKPACKING DURCH SÜDAMERIKA

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Während meines Argentinien-Aufenthalts 2007 habe ich die Gelegenheit genutzt, soviel wie möglich von Südamerika zu sehen. Diese Reisen waren der Startschuss für mein nicht mehr abnehmendes Reisefieber. Die Andenländer sind gute Backpacking-Einsteigerländer, wenn ihr ein wenig Spanisch könnt. Und sie sind super zum alleine reisen geeignet. Es gibt überall tolle Hostels und, bis auf Bolivien, hochkomfortable Fernreisebusse. Beeindruckende Berglandschaften, Lamas und Inka-Stätten sorgen dafür, dass euch dieser Trip lange in Erinnerung bleibt. Hier zeige ich euch einen kleine Ausschnitt, was Chile, Peru und Bolivien zu bieten haben.

 

CHILE

Santiago de Chile hat den Ruf, die kleine langweilige Schwester von Buenos Aires zu sein. Der Anflug auf Santiago ist jedenfalls nicht langweilig – hier müsst ihr unbedingt einen Fensterplatz ergattern, um den Wahnsinnsblick auf die hohen schneebedeckten Berge und Vulkane genießen zu können. Chiles Hauptstadt ist zwar unaufgeregt, aber ein paar Highlights gibt es:

  • durch das Zentrum mit den vielen Wolkenkratzern schlendern
  • das Künstler-Viertel Bellavista mit den vielen bunten Häusern besuchen
  • zum Cerro San Cristóbal hochfahren und den Ausblick auf die Stadt genießen

Circa 30 km nördlich der bunten Hafenstadt Valparaíso könnt ihr einen unvergesslichen Reitausflug durch Chiles atemberaubende und malerische Landschaften unternehmen. Mit Ritoque Expediciones habe ich damals ohne vorherige Reitkenntnisse einen unglaublich schönen Tag in den Wäldern und Dünen auf dem Pferderücken verbracht. Ein absolutes Highlight war das Galoppieren zum Sonnenuntergang am Strand.

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PERU – von Lima nach Cusco

Der Anflug auf Cusco ist Nervenkitzel pur: es gibt nur eine superschmale Landebahn, mitten in den Anden.

Cusco war die einstige Hauptstadt des Inkareichs. Heutzutage ist es ein wunderschönes Städtchen – einziger Nachteil ist die Höhenluft. Cusco liegt auf über 3400m Höhe (mir ging da ziemlich die Luft aus). Das touristische Zentrum Perus ist Ausgangspunkt für Machu Picchu und das Heilige Tal der Inka. Die Altstadt ist UNESCO Weltkulturerbe und der Plaza de Armas ist das quirlige Herz der Stadt. Cusco ist Backpacker-Hochburg und Sehnsuchtsort für viele Touristen aus aller Welt, denn schließlich liegt eines der sieben Weltwunder direkt um die Ecke.

DSC02180Die verlorene Stadt der Inkas, Machu Picchu ist ein absolutes Muss bei einer Peru-Reise! Die Ruinen-Stätte erhebt sich eindrucksvoll mitten im Dschungel und wurde erst 1911 entdeckt. Mein persönliches Highlight ist der dahinter liegende Wayna Pichhu, der Gipfel, den ihr auf jedem Fotomotiv hinter den Ruinen seht. Am Eingang muss man sich mit seinem Namen registrieren, denn der Aufstieg hat es nämlich ziemlich in sich und ist nicht ganz ungefährlich. Aber oben auf dem Felsen werdet ihr mit einem grandiosen Rundumblick belohnt, vorausgesetzt ihr seid völlig ohne Höhenangst. Beim Abstieg muss man eine seeehr schmale ungesicherte Treppe hinunterklettern – unmittelbar am Abhang. Nur für Schwindelfreie!

Anreise:  Ihr könnt entweder nach Machu Picchu über den Inka-Trial wandern (4-Tagestour) oder von Cusco aus über Ollantaytambo (lohnt einen Zwischenstop) mit dem PeruRail bis Aguas Calientes fahren (4h). Dieser Ort liegt ganz nah an der Inkastadt und ist ziemlich abgefahren. Alle Restaurants und Hotels sind super simpel zusammengeschustert worden. Eine Übernachtung hier lohnt aber, um früh morgens Machu Picchu als eine der ersten Gruppen zu erreichen.

 

Bolivien – Copacabana am Titicacasee

Von Cusco bin ich zuerst nach Puno an den Titicacasee gereist, dieser Ort ist noch auf der peruanischen Seite gelegen. Bis in den Ort Copacabana in Bolivien ist es dann nur noch ein Katzensprung. Der Titicacasee ist das höchstgelegene, schiffbare Gewässer der Welt, 3800m! Unbedingt sehenswert sind von Copacabana aus die Isla del Sol und die Isla de la Luna. Auf den Inseln bekommt ihr viel vom einheimische Leben mit und könnt recht gut wandern, solange euch Kopfschmerzen und Übelkeit aufgrund der Höhe keinen Strich durch die Rechnung machen. Abends wird es sehr kalt, unbedingt warme Sachen im Gepäck haben.

Copacabana ist ein beschaulicher, verschlafener kleiner Ort. Wenn der Teil Boliviens euer nächstes Reiseziel ist, solltet ihr euch zur Einstimmung unbedingt den Film „Schreibe mir – Postkarten nach Copacabana“ anschauen.

Übrigens: Die Übernachtungspreise waren unschlagbar: eine gerade neu erbautes 4*-Hotel hat damals 4 Euro die Nacht gekostet.

Durch Bolivien reisen ist noch ein ziemliches Abenteuer. Wenn ihr jetzt denkt, diese Fähre würde unter euch zusammenbrechen – weit gefehlt! Hier passen Passagiere, Autos und Reisebusse rauf.